Glaube und Psychologie – es gibt einen engen Zusammenhang


Der Glaube und die Psychologie liegen näher beieinander, als es viele Menschen glauben würden. Der französische Philosoph und Psychiater Pierre Janet hinterließ nach seinem Tod im Jahr 1947 ein Werk, welches diese Theorie entschlüsselt und zeigt, dass der Glaube und die Psychologie sich nicht trennen lassen. Quelle Bild: www.bilderbox.com

Wie der Glaube die Psyche beeinflusst

In seiner Dissertation “L’automatisme psychologique” (1889) befasste sich der Neurologe Jean-Martin Charcot mit dem Phänomen der Persönlichkeitsspaltung (multiple Dissoziation). Viele junge Gelehrte folgten Pierre Janet’s Beispiel und widmeten sich der Forschung der Persönlichkeit. Psychische Dissoziation, Unterbewusstsein und fixe Ideen waren moderne Begriffe, die in der Allgemeinpsychologie Anwendung finden sollten. Auch Freud wurde auf diesem Sektor bekannt und war einer der Schüler von Charcot. Die Freudsche Psychoanalyse bezog sich auf Übersetzungen der Werke von Charcot, bezog aber neben den bisher bekannten Erkenntnisse, bei denen der Glaube die Psyche beeinflusste, auch die sexuelle Theorie und Traumdeutung ein. Janet distanzierte sich in seinen Ausführungen von der Freudschen Psychoanalyse und berief sich darauf, dass der Glaube eine übergeordnete Rolle in der psychischen Ausrichtung und Orientierung spielt. Nach 100 Jahren liest sich dieses Referat eher wie eine Sammlung von Kritiken der Psychoanalyse. Interessant zeigen sich Fakten der Vergangenheit, die trotz moderner Psychologie nicht überholt sind und den Leser darin bestätigen, dass der Glaube auch heute noch einen Einfluss auf die Psyche nimmt.

Der Glaube und seine Beeinflussung

Wie Psychologie und Glaube miteinander im Zusammenhang stehen, zeigt das nun vollständig auf Deutsch übersetzte Werk. Pierre Janet war seiner Zeit voraus und befasste sich frühzeitig mit dem Phänomen, bei dem der Glaube und die Psychologie untrennbar voneinander gesehen werden. Verwiesen wird beispielsweise auf Fälle der Christusneurose, bei der Betroffene die Stigmas Jesu an den Händen haben. Ob krankhafter Glaube oder Neurose, die beschriebenen Fälle lassen den Zusammenhang von Glaube und psychologisch erkennbaren Veränderungen richtig verstehen.