Psychologie als Beruf

Spätesten seit Anfang des 19. Jahrhunderts ist die Psychologie ein anerkannter medizinischer Bereich. Dennoch fällt den Menschen auch heute noch schwer, die wissenschaftliche Psychologie zu verstehen. Das liegt nicht allein an vielen medizinischen Begriffen in lateinischer Sprache, sondern vielmehr an den Ergebnissen, die für Menschen befremdet sind und oft ihr Selbstgefühl stören.
Auf der anderen Seite halten sich viele Leute für gute Menschenkenner. Sie stellen ihre Meinungen über die scheinbar dem Leben fernstehenden Theorien der Psychologen. Oft verstehen sich die Menschen sich und ihr Handeln selbst nicht sowie die Art, wie andere Personen handeln.

 

Ludwig Knoll

Ludwig Knoll beschrieb die Psychologie in der Art: Die Psychologie untersucht als Wissenschaft von der Seele die inneren Kräfte, die uns antreiben. Zur Thematik gehören die Herkunft und Bedeutung der Gefühle, ihr Zusammenspiel und ihr Widerstreit. Weiter zählen die gefühlsbetonten Beziehungen der Menschen zueinander und die Möglichkeiten der gegenseitigen Beeinflussung dazu. Auch die Ursachen seelischer Störungen und Krankheiten sowie die Wege, die zu ihrer Behebung führen beinhaltet der Begriff Psychologie.

Forschung

Die Psychologie ist eine Wissenschaft, in welcher der Mensch der Gegenstand der Forschung ist. Psychologen haben die schwere Aufgabe, im Vorfeld gefasste Wünsche und Ängste von dem einzelnen Menschen zu überwinden. Weiter müssen sie zwischen dem Menschen und sich selbst eine Distanz herstellen, vergleichbar mit einem Mathematiker, der einen Abstand zwischen sich und den Zahlen gewinnt. Die Schwierigkeit besteht darin, dass es Psychologen nicht mit messbaren Größen zu tun haben, denn Gefühle lassen sich nicht messen. Auch fällt es vielen Personen schwer, ihre Gefühle in der Form zu beschreiben, dass sie Dritten, dem Psychologen, verständlich sind. Der “Gegenstand Mensch” ist individuell, weshalb sich keine starren Regeln aufstellen lassen.

Wissenschaft

Seit mehr als hundert Jahren gibt es die Psychologie als Wissenschaft. In den Anfängen versuchten Denker und Philosophen, das menschliche Wesen zu ergründen. Allerdings gingen sie von einem Idealbild des Menschen aus – einem Bild, das ihren persönlichen Eindrücken entsprach. Heute ergründet die Psychologie den einzelnen Menschen mit seinen Stärken und Schwächen. Dennoch ist es auch heute nicht leicht, ohne eine vorgefasste Meinung die Frage nach der Wirklichkeit der menschlichen Psyche zu stellen. Es sind stets die idealen Absichten, die haften bleiben. Bedeutend schwieriger ist es einzusehen, dass Menschen äußerst widersprüchliche Wesen sind.
Die ersten Psychologen versuchten gegen die Voreingenommenheiten, gefühlsmäßiger und moralischer Natur anzukämpfen. Sie unterwarfen die Psychologie dem Bereich der Naturwissenschaften. Im Jahr 1875 gründete Wilhelm Wundt in Leipzig das erste psychologische Institut. Experimente, Messungen, Beobachtungen einzelner Personen und die daraus resultierenden Daten waren die Basis und standen im Vordergrund.

Psychologie ist die Lehre oder Wissenschaft

Psychologie ist die Lehre oder Wissenschaft, die das Verhalten und Erleben des Menschen beschreibt. Es ist ein Gebiet aus dem naturwissenschaftlichen Bereich, beinhaltet auch Bereiche aus den Sozial- und Geisteswissenschaften. Seit Sigmund Freud hat sich in der Psychologie einiges geändert, auch wenn Freud erstmals 1896 den Begriff Psychoanalyse verwendete. Im Grunde versucht ein Psychiater oder Psychotherapeut, das Ich seines Patienten zu ergründen. Das ist ebenfalls ein Thema der heutigen wissenschaftlichen Psychologie, die ergründen will, wie Gefühle entstehen, welche Inhalte der Vergangenheit im Gedächtnis vorhanden sind und was den Charakter einer Person prägt.

Psychiater

Im Grunde sucht der Psychiater nach dem Sinn des Lebens bei seinem Patienten. Jeder Mensch hat individuelle Vorstellungen, wie sein Leben verlaufen soll. Gravierende Ereignisse aus der Vergangenheit behindern ihn, sein eigenes Ich zu finden. Hinter einigen Krankheiten sehen Wissenschaftler die Psychologie als Ursache. Beispielsweise bei Depressionen, die in der Regel entstehen, wenn das Leben nicht dem Wunschbild des Einzelnen entspricht. Dem Patienten hilft es, gemeinsam mit dem Psychiater oder Psychotherapeuten seine Vergangenheit und Ängste aufzuarbeiten. Die Therapie ist nur erfolgreich, wenn der Patient ehrlich mit sich und seinem Therapeuten ist.

Gesprächspartner finden

Es gibt auch Menschen, die sich vor anderen Personen als mehr darstellen, als sie tatsächlich sind. Sie geben sich als Abteilungsleiter oder – was ebenfalls vorkommt – als Betriebsrat aus, obwohl sie diese Positionen nie innehatten oder innehaben. Gesprächspartnern fallen die Ungereimtheiten sofort auf und sie haken nach. Als Antwort erhalten sie: “Ich weiß das besser, ich war Abteilungsleiter / Betriebsrat.” Mehr Informationen erhalten die Gesprächspartner nicht, sondern “darüber diskutiere ich nicht mit Dir / Ihnen”. Diese Menschen besitzen kein Selbstvertrauen, erscheinen Dritten gegenüber im ersten Augenblick als selbstbewusst. Dabei befinden sich solche Menschen in einer Identitätskrise, die sie mit Hilfe eines qualifizierten Psychiaters meistern können.

Breites Spektrum

Wir jeder sieht, beinhaltet die Psychologie ein breites Spektrum, das auch bei der Erforschung der Wähler und ihrer Stimmabgabe nicht endet. Wähler, so stellte eine Forschungsgruppe der Universität Miami fest, entscheiden sich für Kandidaten, welche über eine starke männliche Stimme verfügten. Diese haben bessere Chancen auf ein gutes Wahlergebnis haben als andere. Die Forschungsgruppe erstellte aus den Ergebnissen ein Profil, der für die Mehrheit der Idealpolitiker ist. Der perfekte Präsident ist männlich, hat eine kräftige Stimme (Bariton) und ist um die 50 Jahre alt. Die Gruppe erstellte das Profil im Jahr 2012. In diesem Jahr wählte das amerikanische Volk Barack Obama zum zweiten Mal – einen Mann, der dem ermittelten Profil entspricht. Die Psychologie arbeitet heute auch im Bereich Marketing und erforscht das Verhalten der Verbraucher.

Sigmund Freud als “Erfinder der Psychologie

Auch wenn Sigmund Freud als “Erfinder der Psychologie” gilt, nehmen er uns seine Methoden in der heutigen Psychologie wenig Platz ein. Richtig ist, seine Methoden und Theorien finden aktuell immer noch Anwendung und bieten Stoff für Diskussionen. Allerdings kommt er in Studiengängen zur Psychologie selten zur Sprache.

Erfinder der Psychologie

Der Begriff Psychologie kommt aus dem griechischen Wortschatz und bedeutet Seelenkunde. Psychologen beschäftigen sich mit dem Seelenleben oder der Gemütsverfassung ihrer Patienten. Jede unserer Handlungen basiert auf vier Säulen: Wahrnehmen, Denken, Fühlen und Verhalten. Die Psychologie ergründet, wie unser “Ich” entsteht, was uns prägt und uns unsere Individualität verleiht. Sie befasst sich nicht ausschließlich mit den äußeren Einflüssen, die uns prägen, sondern auch mit unserer Seele. Psychologie ist, grob beschrieben, eine Verhaltenswissenschaft.

Allgemeine Psychologie

Wie auch andere Wissenschaften ist Psychologie nicht ein einziger Bereich, sondern teilt sich in verschiedene Teilbereiche auf. Die Themen der Allgemeinen Psychologie sind beispielsweise Steuerung der Handlungen, Wahrnehmung, Denken, Gedächtnis, Emotionen und Motivationen.

Entwicklungspsychologie

Tiefer geht das Gebiet der Entwicklungspsychologie. In diesem Bereich erforschen Psychologen den Zusammenhang von Umweltfaktoren und biologischen Faktoren in Zusammenhang auf unser Verhalten. Wie beeinflussen diese beiden Faktoren das Erleben und Verhalten der Menschen von der Geburt bis zum Ableben. Die Entwicklungspsychologie greift für die Untersuchung Themen anderer Teilgebiete wie der Differentiellen Psychologie auf.

Sozialpsychologie

Menschen verhalten sich in Gesellschaft anderer Personen anders, als wenn sie alleine sind. Das Verhalten der Menschen im zwischenmenschlichen Bereich erforscht die Sozialpsychologie. Dabei geht es auch um das Verhalten in der Gruppe, wenn es zu Konflikten innerhalb oder zwischen Mitgliedern außerhalb der Gruppe kommt.

Angewandte Psychologie

Ein anderes Gebiet ist die Angewandte Psychologie, die sich Themen anderer Teilgebiete wie der Entwicklungs- und Sozialpsychologie bedient. Dazu gehört die Marktpsychologie, die im Businessbereich zu Hause ist. Diese wissenschaftliche Form beschäftigt sich mit dem Kaufverhalten der Verbraucher. Die Ergebnisse fließen in den Marketingbereich ein, um effektive Werbemittel zu konstruieren und Neukunden zu gewinnen. Die Pädagogische und Klinische Psychologie sind ebenfalls Teile der Angewandten Psychologie.

Weitere Bereiche der Angewandten Psychologie sind

• Verkehrspsychologie
• Wehrpsychologie
• Forensische Psychologie
• Rechtspsychologie
• Umweltpsychologie
• Sportpsychologie und
• Ernährungs- und
• Gesundheitspsychologie.

Biologische oder Physiologische Psychologie

Dieser Bereich beschäftigt sich mit dem Verhalten und Erleben der Menschen. Basis sind die biologischen Grundlagen, wobei Gene, Hormone, ultimative Faktoren einfließen. Die aus den Studien gewonnenen Erkenntnisse nutzen die anderen Fachgebiete der Psychologie.

Fällt nicht in den Bereich Psychologie

Nicht in den Bereich “Psychologie” gehören beispielsweise Psychotherapie, Psychoanalyse, Tiefenpsychologie und andere, deren Begriff ebenfalls mit “Psycho” beginnt.

Die 4 Koordinanten der menschlichen Psyche

Die menschliche Psyche erstreckt sich über vier Koordinaten, die jeden Menschen einzigartig machen. Wahrnehmen, Denken, Fühlen und Verhalten sind die Pfeiler, die für unser Seelenleben stehen. Daneben brauchen wir auch den Kontakt zu anderen Menschen. Einsamkeit führt zu psychischen Spannungen und letztendlich zu Erkrankungen. Wir haben ein gesundes Seelenleben oder Psyche, wenn wir im Einklang mit uns und unserer Umwelt sind. Unsere Psyche kann sich im Laufe unseres Lebens verändern. Das liegt an den Erfahrungen, die wir in der Vergangenheit machten und heute machen. Gefühle, Gedanken und andere Reize, die in unser Gehirn eingehen, sind Prozesse, die unsere Inneres bewertet und verarbeitet. Dies alles führt zu unserem Ich und unserem Verhalten.

Selektive Wahrnehmung

Die selektive Wahrnehmung beschreibt die vielen Reize, die täglich in Massen auf uns einströmen. Unsere fünf Sinne sind nicht in der Lage, alle eingehenden Reize zu verarbeiten. Die Auswahl der Informationen, ob sie die relevant und nicht relevant sind, übernimmt unser Bewusstsein. Unser Gehirn speichert die Ereignisse, Erfahrungen als Reize, ähnlich wie in einem Buch oder einer Datei. Nach Bedarf haben wir die Möglichkeit, auf ein Kapitel zuzugreifen. Jede Situation, auch die, in der wir in diesem Augenblick sind, fungiert wie ein Filter für das, was wir wahrnehmen. Unser Gehirn ordnet sie in dem Buch ein, das zur Thematik passt.

Fühlen

Bereits im Mutterleib fühlen wir. Dieses Gefühl wirkt sich auf unser späteres Leben aus. Empfindungen unseres Körpers, unsere Gefühle weisen uns von der befruchteten Eizelle bis zum Tod den Weg zu den Dingen, die wir zum Überleben brauchen. Werden Mangel an Schlaf, Zuwendung, Durst oder Hunger nicht befriedigt, haben wir Wut, Trauer oder Angst. Wir empfinden Freude, wenn unsere Bedürfnisse erfüllt werden.

Denken

Mit unserem Denken erleben wir Ereignisse wie eine nüchterne Bewertung. Eine Situation nehmen Beteiligte entweder als Ereignis oder als Erlebnis wahr. Um aus einem Ereignis ein Erlebnis zu machen, durchläuft der Prozess viele persönliche Filter. Unsere Wahrnehmung, Gefühle und Empfindungen fließen in diesen Prozess ein. Eine wesentliche Rolle spielt ebenfalls unsere gedankliche Bewertung der Situation, in der unsere Erfahrungen, Werte und Grundsätze einfließen. Für die Art unseres Erlebens ist neben unseren Empfindungen auch unsere gedankliche Bewertung verantwortlich. Unser Verhalten orientiert sich daran, wie wir eine Situation erleben.

Verhalten

Egal, was wir tun oder lassen – wir verhalten uns zu jedem Zeitpunkt. Auch wenn wir es nicht glauben wollen, unser Verhalten ist in keinem Augenblick frei von uns zu wählbar. Anhand unserer Erlebnisse zeigen sich schon in unserer Kindheit bestimmte Verhaltensmuster. Unser Gehirn aktiviert in jeder Situation die Verhaltensmuster, die unserer Wahrnehmung, unserem Fühlen und Denken entsprechen.

Warum traurige Musik gut tut

Niemand möchte traurig sein. Nichtsdestotrotz hören Menschen immer wieder aufs Neue freiwiliig traurige Musik. Dies klingt zunächst zwar paradox, dennoch erweist es sich als sinnvoll – so die neue psychologische Studie von Liila Taruffi und Stefan Koelsch (Freie Universität Berlin). Trübe Töne sollen nämlich bei der Regulation von negativen Gefühlen helfen.

Continue reading “Warum traurige Musik gut tut”

Yoga für Anfänger erfolgreich zu Hause durchführen – Eine CD macht es möglich

Der YOGABASICS Kurs “10 Stunden Yoga für Anfänger” beinhaltet insgesamt 5 DVDs und bietet 10 Stunden lang die Möglichkeit, Yoga Übungen zu Hause durchzuführen. Jede Yoga für Anfänger DVD bietet jeweils eine Einführung und effektive Yoga Übungen, die zur Entspannung beitragen. Praxis und Theorie werden bei Yoga für Anfänger leicht verständlich erklärt. Der Schwerpunkt beim Yoga für Anfänger liegt dabei auf der exakten Körperausrichtung. Dadurch lernt der Yogaschüler leicht, wie er seine Gelenke besser entlasten kann oder auch die Muskulatur seines Rückens stärkt. Yoga für Anfänger bietet noch mehr. Der Kurs für zu Hause vermittelt die Möglichkeit der optimalen Entspannung. Dabei ist es gerade beim Yoga für Anfänger sehr wichtig, dass sie die Ausrichtungsprinzipien kennen und diese auch umsetzen. Jedes Modul enthält wichtige Tipps, die sehr genau erläutert werden. Bild:

Continue reading “Yoga für Anfänger erfolgreich zu Hause durchführen – Eine CD macht es möglich”

Gesundheitspsychologie – Ein Überblick Definition und disziplinäre Verortung

Die Gesundheitspsychologie ist eine empirische Wissenschaft, die sich mit menschlichen Erlebens- und Verhaltensweisen im Kontext von Gesundheit und Krankheit beschäftigt. Insbesondere ist hierbei von Interesse, inwieweit körperliche, psychische oder soziale Merkmale in Wechselbeziehung stehen und auf diese Weise präventiv gegen Krankheit oder schädlich auf die Gesundheit wirken. Zur Beantwortung relevanter Fragestellungen wird auf Wissen aus der Allgemeinen und der Klinischen Psychologie sowie der Sozialpsychologie zurückgegriffen. Quelle Bild: www.yogan-om.de  / pixelio.de

Continue reading “Gesundheitspsychologie – Ein Überblick Definition und disziplinäre Verortung”