Cybermobbing – Opfer müssen das Schweigen brechen


Immer mehr Jugendliche werden Opfer von Cybermobbing und häufig reagieren sie mit Schweigen. Dabei finden Opfer Hilfe, wenn sie dieses Schweigen brechen und sich an die richtigen Stellen wenden. Quelle Bild: Angela Parszyk  / pixelio.de

Cybermobbing beschreibt die Diskriminierung von Menschen über soziale Netzwerke. Betroffen sind überwiegend Jugendliche, die in sozialen Netzwerken von Mitschülern oder anderen Personen aus ihrem unmittelbaren Leben ausgegrenzt, gehänselt oder beleidigt werden. Das kann so weit gehen, dass sich die Opfer von Cybermobbing nicht mehr in die Schule trauen, psychisch erkranken oder im schlimmsten Fall Selbstmord begehen. Laut einer Forsa-Studie ist jeder fünfte Jugendliche zwischen 14 und 20 bereits Opfer von Cybermobbing geworden. Manchmal dauern die Attacken nur wenige Tage oder Wochen, sie können sich jedoch auch über Monate oder Jahre hinziehen. Dabei sind Hänseleien in der Schule nicht neu. Lediglich das Medium hat sich geändert und damit die Situation verschärft. Über das Internet lassen sich in Sekundenschnelle Inhalte mit einer großen Anzahl von Personen austauschen. Dadurch werden die Opfer von Cybermobbing vorgeführt und vor einer großen Anzahl von Personen zur Schau gestellt. Außerdem sind die Spuren vom Cybermobbing nur sehr schwer wieder aus dem Netz zu entfernen.

Hilfe für Opfer von Cybermobbing
Catarina Katzer ist Sozialpsychologin und gibt Mobbingpräventionskurse an Schulen. Sie rät den Opfern von Cybermobbing, selbst aktiv zu werden. Je nach Ausmaß und Inhalt des Cybermobbings fällt vielen jugendlichen Opfern der Gang zu den Eltern schwer, dabei ist es wichtig, über die Probleme in der Schule zu sprechen. In besonders schweren Fällen ist auch eine Anzeige ein möglicher Weg, um auf Cybermobbig zu reagieren. In jedem Fall sollten die Täter, so Catarina Katzer, Konsequenzen für ihr Handeln zu spüren bekommen. Wenn der Schulleiter oder die Polizei eingeschaltet werden, dann tritt eine Respektsperson auf und macht den Tätern die Konsequenzen ihres Handelns deutlich. Wer über viele Jahre Opfer von Cybermobbing gewesen ist, der benötigt zudem häufig eine psychologische Betreuung. Um es erst gar nicht zum Cybermobbing kommen zu lassen, kann auch die Aufklärung von Kindern und Jugendlichen helfen. Der bewusste und richtige Umgang mit dem Internet will schließlich ebenfalls gelernt sein.