Der Einfluss des Einkommes auf den IQ

Die Frage, ob der soziale Status eines Menschen Einfluss auf seinen IQ hat, beschäftigt viele Forscher schon seit Jahrzehnten. US-Forscher haben nun eine neue Studie zu diesem Thema durchgeführt und dabei herausgefunden, dass Armut den IQ durchschnittlich um 13 Punkte senkt. Quelle Bild: www.bilderbox.com

Besserverdiener punkten bei schwierigen Aufgaben

Bei ihrem ersten Experiment wurden Besucher eines Einkaufszentrums ausgewählt, deren Einkommen zwischen 20.000 bis 70.000 Dollar im Jahr betrug. Diesen Probanden wurden dann nach einem Zufallsprinzip zwei möglichen Szenarien zugeteilt: Die Menschen aus der einen Gruppe mussten eine leichte Aufgabe lösen, die Menschen aus der anderen Gruppe eine schwierige Aufgabe. Die leichte Aufgabe bestand darin, zu beschreiben, wie sie vorgehen würden, wenn sie eine Rechnung von über 150 Dollar erhalten würden. Die Gruppe, die die schwierige Aufgabe erhielt, musste nach möglichen Lösungsansätzen für den Fall suchen, dass ihnen eine Rechnung über 1500 Dollar präsentiert wird. Während sich beim Lösen der einfachen Aufgabe keinerlei Unterschiede zwischen den beiden Gruppen ergaben, unterschieden sich die Ergebnisse der Probanden sehr, wenn es darum ging, die schwierige Aufgabe zu lösen.

Der IQ in Zeiten des Reichtums und in Zeiten der Armut

Für das zweite Experiment begaben sich die Forscher nach Indien, wo sie untersuchen wollten, wie sich der IQ von Zuckerrohrbauern, die durch die jährliche Ernte für eine kurze Zeit viel Geld haben, von dem sie dann die nächsten Monate leben müssen, bis das Geld zum Ende dann immer knapper wird, in Zeiten des Reichtums und in Zeiten der Armut unterscheidet. Und auch da zeigte sich, dass Menschen bei Wahrnehmungs- und Intelligenztests besser abschneiden, wenn ihnen gerade viel Geld zur Verfügung steht.

Diese Ergebnisse erklären die Forscher damit, dass Menschen, die Geldsorgen haben, ihre geistigen Ressourcen vor allem dafür nutzen müssen, sich um ihre Geldsorgen und um damit verbundene Probleme zu kümmern. Für andere Dinge bleibt da nur noch wenig übrig. Es liegt also kein genereller Unterschied im IQ der Menschen vor, sondern ein Unterschied in der Menge an nutzbaren geistigen Kapazitäten.