Facebook macht Jugendliche einsam


Soziale Netzwerke wie Facebook sind so gefragt wie nie und trotzdem fühlen sich immer mehr Jugendliche und auch Erwachsene in den sozialen Netzwerken einsam. Quelle Bild: Angelika Koch-Schmid / pixelio.de

Facebook und die Einsamkeit unter Jugendlichen
Zu Weihnachten lagen wieder zahlreiche Smartphones unter den Weihnachtsbäumen und neben Onlinegames und Apps sind soziale Netzwerke wie Facebook die meistgenutzten Dienste auf den Smartphones. Kaum ein Jugendlicher, der nicht einen eigenen Account bei Facebook hat uns sich dort mit Freunden, Klassenkameraden oder Verwandten austauscht. Oft wird das virtuelle Netzwerk zum hauptsächlichen Austausch mit anderen Menschen. Doch genau darin liegt auch eine Gefahr, wie Experten wissen. Denn soziale Netzwerke wie Facebook können schnell zu einem Gefühl der Einsamkeit führen, wenn sie das reale soziale Leben plötzlich ersetzen. An der University of Michigan fand ein Team um den Psychologen Ethan Kross heraus, dass sich das subjektive Wohlbefinden bei jungen Menschen reduziert, wenn sie regelmäßig und viel Facebook nutzen. Eigentlich besteht in diesem Studienergebnis ein Widerspruch zum ursprünglichen Zweck des Netzwerkes, sollte es doch den Austausch zwischen Menschen fördern und das soziale Netzwerk erweitern. Stattdessen vermittelt es bei Jugendlichen eher ein Gefühl der Einsamkeit.

Ursachen der Einsamkeit auf Facebook
Forscher sehen gleich mehrere Gründe für das Gefühl der Einsamkeit unter Jugendlichen, die soziale Netzwerke wie Facebook nutzen. So sehen sie sich dem ständigen Vergleich mit anderen Jugendlichen ausgesetzt, die Bilder oder Postings über ihre Unternehmungen veröffentlichen. Auch fühlen sich einige schnell einsam, wenn die halbe Klasse eine Party feiert, zu der sie selbst nicht eingeladen sind. Bernhard Heinzlmaier ist seit vielen Jahren Jugendforscher in Wien und weiß zu berichten, dass das Ich bei Facebook und Co. im Mittelpunkt steht und das soziale Miteinander in den Hintergrund rückt. Dadurch nehme auch die Intensität einer Freundschaft ab. Heinzlmaier sieht soziale Netzwerke wie Facebook allerdings nicht nur kritisch. Er rät viel mehr, dass die virtuellen Kontakte von Jugendlichen zeitnah in reale Freundschaften umgewandelt werden sollen. Schließlich seien soziale Netzwerke wie Facebook auch eine Möglichkeit, um neue Menschen kennenzulernen.