Fotografieren: Erinnerungen werden beeinträchtigt


Besondere Gegenstände oder Ereignisse fotografieren wir gerne und dank Smartphone und Tablet ist das ganz einfach. Doch unter dem Fotografieren leiden unsere Erinnerungen. Quelle Bild: www.bilderbox.com

Studie zum Fotografieren und den Erinnerungen
Vor einer Sehenswürdigkeit, bei einem besonderen Ereignis und auch in der Ausstellung sind Smartphones und Tablets häufig gesehene Geräte. Mit Ihnen fotografieren wir alles, was und vor die Kamera kommt und schaffen damit bleibende Erinnerungen an diese Gegenstände oder Ereignisse. Doch die Erinnerungen sind nur auf dem Speichermedium der Kamera klar und deutlich festgehalten. In unserem Gedächtnis sind die Erinnerungen hingegen deutlich weniger detailreich, wenn wir fotografieren. In Connecticut an der Fairfield University hat die Forscherin und Psychologin Linda Henkel eine Studie zum Fotografieren und seinen Einflüssen auf die Erinnerungen durchgeführt. Hierzu wurden Studenten der Hochschule durch eine Kunstausstellung geführt und dabei in zwei Gruppen aufgeteilt. Die erste Gruppe sollte sich die Ausstellungsstücke während der Führung einfach ansehen, die zweite Gruppe wurde zum Fotografieren der Ausstellungsstücke aufgefordert. Im Laufe der Führung durch die Ausstellung wurden die Studenten auf ausgewählte Ausstellungsstücke explizit hingewiesen.

Erinnerungen durch das Fotografieren deutlich detailärmer
Im Anschluss an die Führung durch die Ausstellung wurden die Studenten einen Tag später getestet und dabei wurden ihre Erinnerungen abgefragt. In diesem Gedächtnistest zeigte sich ein klarer Unterschied zwischen der Gruppe, die fotografieren sollte, und den Erinnerungen der zweiten Gruppe, die sich die Ausstellung einfach nur ansah. Studenten, die zum Fotografieren aufgefordert waren, erinnerten sich im Vergleich zur zweiten Gruppe an deutlich weniger Ausstellungsstücke, die ihnen am Vortag gezeigt wurden. Außerdem zeigte sich auch, dass die vorhandenen Erinnerungen viel detailärmer waren, wenn die Studenten die Gegenstände nicht nur angesehen, sondern auch abfotografiert haben. Die Forscherin erklärt, dass Erinnerungen durch aktives Erleben verstärkt werden und damit präsenter sind. Wenn stattdessen gedankenlos eine Kamera gezückt und ein Foto gemacht wird, wird die Leistung des Gedächtnisses gemindert.