Gesundheitspsychologie – Ein Überblick Definition und disziplinäre Verortung


Die Gesundheitspsychologie ist eine empirische Wissenschaft, die sich mit menschlichen Erlebens- und Verhaltensweisen im Kontext von Gesundheit und Krankheit beschäftigt. Insbesondere ist hierbei von Interesse, inwieweit körperliche, psychische oder soziale Merkmale in Wechselbeziehung stehen und auf diese Weise präventiv gegen Krankheit oder schädlich auf die Gesundheit wirken. Zur Beantwortung relevanter Fragestellungen wird auf Wissen aus der Allgemeinen und der Klinischen Psychologie sowie der Sozialpsychologie zurückgegriffen. Quelle Bild: www.yogan-om.de  / pixelio.de



Tätigkeitsbereiche der Gesundheitspsychologie

Der Trend geht immer weiter in die Richtung, nicht nur auf Krankheiten und deren Heilung oder Linderung zu fokussieren, sondern vielmehr dahin, Faktoren zu eruieren, mittels derer Gesundheit erhalten werden kann. Entsprechend liegen Schwerpunkte in den Bereichen der Prävention und der Gesundheitserhaltung bzw. -förderung. Heißt also, dass Menschen aktiv dabei unterstützt werden, ihr Wohlbefinden zu erhalten und vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen, um den Ausbruch oder sogar schon die Entwicklung einer Krankheit zu verhindern. Gängige Methoden gesundheitspsychologischer Arbeit sind Kampagnen, die zum einen über mögliche Krankheitsrisiken aufklären und zum anderen Möglichkeiten aufzeigen, wie jeder für sich selbst einstehen und dazu beitragen kann, sich gesund zu erhalten. Schulungen, Workshops und Projekte in Schulen, Gemeindezentren oder größeren Organisationen sind weitere Möglichkeiten, mittels derer Gesundheitspsychologen ihr Wissen transportieren und einer breiten Masse zugänglich machen können. In Praxen oder Kliniken können Patienten individualisiert beraten und therapiert werden, beispielsweise begleitend zur Krankheitsbewältigung oder Rehabilitation, wie es in der Wiener Privatklinik der Fall ist. Der Fokus liegt jedoch stets auf körperlichen Krankheiten, anders als dies bei psychotherapeutischen Maßnahmen der Fall ist. Dies heißt jedoch nicht, dass psychische Prozesse gänzlich unberücksichtigt blieben, ganz im Gegenteil: Sie sind von besonderer Relevanz.

Psychologische Einflussvariablen auf Gesundheit und Krankheit

Gesundheitsschädlichem Verhalten liegt beispielsweise der optimistische Fehlschluss zugrunde: Entsprechend wird das eigene Risiko (z. B. an Lungenkrebs zu erkranken) wesentlich geringer eingeschätzt als das anderer Menschen, die einem hinsichtlich Alter, Geschlecht etc. gleichen.
Wissen um solche Mechanismen kann dazu beitragen, Fehlschlüsse aufzudecken, zu überwinden und den Menschen zu helfen, eigenverantwortliches Verhalten zu etablieren, um langfristig gesünder zu leben. Denn davon hängen gesundheitsförderliche Verhaltensweisen ab: Je eher Menschen davon überzeugt sind, selbst Einfluss nehmen zu können, desto eher sind sie geneigt, bei bestehender Bedrohung entsprechendes Verhalten zu aktivieren (z. B. das Rauchen aufzugeben, da die Lungenkrebserkrankungen angestiegen sind).
Ausschlaggebend für gesundheitsförderliche Verhaltensweisen, ist das vorhandene Maß an Kohärenzsinn; also das Vertrauen darauf, dass das Leben weitestgehend vorhersehbar ist und daher von einem selbst beeinflusst werden kann. Daraus resultiert die Überzeugung, Herausforderungen bestehen zu können, was Menschen darin bestärkt, gesund zu leben – und langfristig zu bleiben.