Macht hat Licht- und Schattenseiten


Macht ist ein Ziel, das einige Menschen anstreben und eine Verantwortung, die andere Personen scheuen. Wie alles hat auch die Macht zwei Seiten. Quelle Bild: www.bilderbox.com

Eine Studie zur Macht
Der Psychologe Kai Sassenberg vom Leibniz Institut für Wissensmedien in Tübingen hat eine Studie zur Macht durchgeführt und dazu 300 Probanden befragt. Dabei hat sich gezeigt, dass Macht für die meisten Menschen nur dann erstrebenswert scheint, wenn sie nicht mit Verantwortung verbunden ist. Die Probanden sollten im Zusammenhang mit den Olympischen Spielen Entscheidungen treffen und hatten dabei entweder den finanziellen Erfolg oder die Verantwortung als höchstes Ziel. Probanden aus der Gruppe, deren Ziel verantwortungsvolle Entscheidungen waren, fanden die ihnen verliehene fiktive Macht deutlich weniger attraktiv, als Probanden der anderen Gruppe. Das zeigt deutlich, dass das Empfinden von Macht mit der persönlichen Wahrnehmung verbunden ist. Der typische Machtmensch empfindet sie als eine Gelegenheit, um seine eigenen Interessen und Ziele durchzusetzen und ist dazu auch bereit, Risiken einzugehen. Deshalb sind sie in einigen Berufsfeldern und Führungspositionen deutlich häufiger anzutreffen, als Personen, die nicht nach Macht streben.

Der typische Machtmensch
Psychologen gehen davon aus, dass es einen bestimmten Persönlichkeitstyp bedarf, damit ein Streben nach Macht vorhanden ist. Dieser Persönlichkeitstyp ist ein Erfolgsmensch, der sich Ziele setzt und diese konsequent verfolgt. Dabei geht er Risiken ein, wählt manchmal ungewöhnliche Wege und zeigt expressiv seine Freude über einen Erfolg. Wer hingegen eher auf Sicherheit bedacht ist, der strebt selten nach Macht. Das analytische und gewissenhafte Vorgehen sorgt in den meisten Fällen dafür, dass diese Personen sich mit einer durchschnittlichen Position im Job zufriedengeben und nicht nach einem Managerposten streben. Allerdings hat die Macht nicht nur positive Seiten. Strebt ein Mensch nach ihr und scheitert, dann endet das nicht selten in einer Depression oder Sinnkrise. Außerdem kann es zu rücksichtslosem Verhalten kommen, unter dem die Mitmenschen teilweise erheblich leiden. Gerade auf dem Weg an die Macht handeln viele Menschen mit einer Doppelmoral und nicht immer zum Wohle ihrer Mitmenschen.