Mut zum Risiko oder doch lieber auf Nummer sicher gehen?


Sicherheit oder Risiko – es sind zwei verschiedene Persönlichkeitstypen, die entweder das eine oder das andere bevorzugen und es sind zwei unterschiedliche Gehirnhälften, die entweder das Risiko oder die Sicherheit ansprechen. Quelle Bild: ecko  / pixelio.de

Wie die linke Gehirnhälfte unsere Risikobereitschaft beeinflusst
An der Universität Wien haben sich zwei Forscher mit den Aktivitäten im Gehirn und der Bereitschaft zum Risiko befasst. Claus Lamm und Jürgen Pripfl wollten mit ihrer Studie herausfinden, wie die Gehirnaktivität mit der Einstellung zum Risiko bei den Probanden zusammenhängt und wie sich diese eventuell beeinflussen lässt. Sehr schwach dosierte elektrische Ströme wurden bei den Probanden dazu genutzt, entweder die rechte oder die linke Gehirnhälfte in ihrer Aktivität zu steigern. Die rechte Gehirnhälfte ist dafür bekannt, dass sie riskante, verführerische und angsterfüllte Impulse kontrolliert und steuert. Im Gegensatz dazu findet in der linken Gehirnhälfte das rationale Abwägen einer Entscheidung statt. Getestet wurde bei einem Kartenspiel, in dem die Probanden ein zum Risiko neigendes oder von diesem abgewandtes Verhalten zeigen konnten. Als im Test die linke Gehirnhälfte mit leichtem Strom zu mehr Produktivität angeregt wurde, gab es ein risikofreudigeres Entscheidungsverhalten im Hinblick auf das Kartenspiel, als in Versuchen ohne die Manipulation der Gehirnaktivität. Das galt übrigens für risikofreudige Probanden und für solche, die sonst das Risiko eher meiden.


Einfluss der rechten Gehirnhälfte auf unseren Mut zum Risiko
In den Versuchen, in denen die rechte Gehirnhälfte zu stärkerer Aktivität angeregt wurde, zeichnete sich ein ganz anderes Bild ab, denn die beiden Gruppen von risikobereiten und risikoscheuen Probanden verhielten sich unterschiedlich. Jene, die sonst gerne ein Risiko eingehen, handelten im Kartenspiel besonnener, weil sie ihre verführerischen Impulse besser kontrollieren konnten. Bei den risikoscheuen Probanden stieg die Bereitschaft zum Risiko hingegen, weil sie ihre ängstlichen Impulse besser im Griff hatten. In der Praxis der Psychologie lassen sich daraus eventuell Erkenntnisse für die Behandlung von Menschen mit Suchterkrankungen oder Patienten mit anderen Störungen der Impulskontrolle anleiten.