Placebo-Effekt – wie Gedanken und Einstellungen gesund machen können


Der Placebo-Effekt wurde von Medizinern lange belächelt, heute jedoch wird die immense Wirkung von Gedanken und Einstellungen intensiver untersucht. Quelle Bild: © Visions-AD – Fotolia.com

Was ist der Placebo-Effekt?
Was Placebo-Effekt genannt wird, beschreibt die Genesung oder eine Besserung des gesundheitlichen Zustandes nach der Einnahme von einem Placebo, also einer vermeintlichen Arznei, die keine pharmazeutische Wirkung hat. Dieser Begriff stammt ursprünglich aus der Pharmaindustrie, wo Placebos bei jedem Medikamententest ebenfalls eingesetzt werden, um die tatsächliche Wirkung einer Arznei zu ermitteln. Untersucht wird dieser Placebo-Effekt zum Beispiel vom Placebo-Forscher Manfred Schedlowski, der sich kürzlich im Interview mit dem Spiegel verschiedenen Fragen zum Placebo-Effekt stellte. Während der Begriff Placebo-Effekt lange Zeit einen bittere Beigeschmack hatte und nicht als eine positive Wirkung wahrgenommen wurde, wird er heute eher als eine Aktivierung der eigenen Heilungskräfte verstanden und diese können durchaus beachtliche Erfolge bei der Genesung oder Verbesserung des gesundheitlichen Zustandes erzielen.


Der messbare Placebo-Effekt
Schedlowski erklärt, dass der Placebo-Effekt tatsächlich gemessen werden kann. Bei einigen Patienten trägt er mit bis zu 75 Prozent zur Genesung oder einer Besserung der gesundheitlichen Situation bei. Diese Besserung ist medizinisch messbar und kann laut dem Forscher Schedlowski nicht auf pure Einbildung zurückgeführt werden. Vielmehr sind positive Gedanken und eine grundlegend optimistische Einstellung ursächlich für den Placebo-Effekt. Allerdings bringen diese Erkenntnisse in der beruflichen Praxis von Ärzten noch nicht den gewünschten Effekt. Das hat zwei Gründe: Ärzte haben zu wenig Zeit für intensive Gespräche mit ihren Patienten und sie können nicht ohne Rücksprache mit dem Patienten ein Placebo verschreiben. Neben dieser positiven Seite der Kraft von Gedanken und Einstellungen, also dem Placebo-Effekt, gibt es jedoch auch eine gegenteilige Seite: den Nocebo-Effekt. Fallen Gedanken und Einstellungen eher pessimistisch aus, dann können sie auch krank machen oder den Gesundheitszustand verschlechtern. Kommen dann noch Stress oder Angst hinzu, ist der Nocebo-Effekt noch stärker ausgeprägt.