Psychologie: Facebook bringt Frust statt Lebenslust


Eine neuer Studie der Psychologie ergab, dass Facebook vermehrt zu Frust führt. Von Lebenslust keine Spur.

Weniger Lebenslust: Das im Februar 2004 von Mark Zuckerberg gegründete soziale Onlinenetzwerk Facebook zählt mittlerweile mehr als eine Milliarde Mitglieder – über die Hälfte ist täglich eingeloggt. Diese neue Art der Kommunikation führt allerdings nur auf den ersten Blick – oder den ersten Klick – zu gesteigerter Lebenslust! (Quelle Bild: www.bilderbox.com)

Facebook macht unzufrieden und reduziert die Lebenslust 

Facebook, dessen Nutzer, deren Verhalten und ihre Motivation standen immer wieder im Zentrum wissenschaftlichen Interesses – bis 2012 sind allein 415 Forschungsarbeiten dazu erschienen. Wie allerdings Facebook die Lebenslust seiner User beeinflusst, rückte erst Ethan Kross in den Mittelpunkt: Der Psychologe der Michigan State University fragte 82 junge Testpersonen fünfmal täglich, wie sie sich fühlten – wie einsam, wie besorgt – wie lange ihr letzter direkter Kontakt zu einem Menschen her sei und wie oft sie sich seit der letzten Anfrage bei Facebook aufgehalten hätten. Zu unterschiedlichsten Uhrzeiten beantworteten die jungen User über zwei Wochen die Fragen des Forschers, welche sowohl affektive als auch kognitive Aspekte abdeckten – also wie die Testperson sich fühle und wie zufrieden sie sei. Erstaunlicherweise resultierten die Ergebnisse beider Fragenfelder im leicht negativen Bereich: Facebook erfüllt das Grundbedürfnis nach sozialen Kontakten – oberflächlich. Die Lebenslust der Benutzer wird aber eher vermindert als gefördert. Noch unklar sind die Ursachen dafür, denn weitere Erkenntnisse ergaben: Menschen loggen sich nicht etwa bei Facebook ein, wenn es ihnen schlecht geht. Eine entgegengesetzte Kausalität liegt vor, Lebenslust, Wohlbefinden und Zufriedenheit waren vermindert, nachdem Facebook benutzt wurde. Wer hingegen direkte Zwischenmenschlichkeit genoss, via Telefon oder persönlich, fühlte sich im Nachhinein besser und erfüllter von Lebenslust.

Hautnahe Lebenslust statt virtueller Oberflächlichkeit

Obgleich Plattformen wie Facebook an der Oberfläche das Grundbedürfnis nach Kontakt erfüllen, entsteht wirkliche Zufriedenheit und eine Steigerung der Lebenslust erst durch zwischenmenschliche Nähe – und nicht etwa per Klick auf eine mit möglichst vielen “Freunden” gefüllte Kontaktliste.