Schlafentzug kann bei Depressionen helfen


Im Bereich der Depressionen gibt es ganz unterschiedliche und sehr vielseitige Ansätze zur Therapie. Eine Gruppe von Forschern aus Zürich hat nun herausgefunden, warum Schlafentzug bei Depressionen helfen kann. Quelle Bild: PublicDomainPictures / pixabay.com

Schlafentzug als Mittel gegen Depressionen wird bereits mehrfach empfohlen und zeigt durchaus anerkennenswerte Erfolge, wenn auch nur kurzfristig. Dafür kommt diese Methode ohne bedeutende Nebenwirkungen aus. Warum das so ist, da waren sich Fachleute bisher uneinig. Nun hat ein Forscherteam aus Zürich hierzu einige Untersuchungen vorgenommen und ist dabei dem Phänomen von Schlafentzug bei Depressionen auf den Grund gegangen. Erich Seifritz arbeitet an der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich und hat mit seinem Team in einer Untersuchung festgestellt, dass Schlafentzug sich auf einen bestimmten Knotenpunkt unterschiedlicher Areale im Gehirn auswirkt. Dieser Knotenpunkt wurde schon in früheren Studien als Ursache für eine kognitive und emotionale Fehlregulierung vermutet, die bei Depressionen auftritt. Durch die Auswirkungen vom Schlafentzug werden emotionale Areale weitestgehend ausgeschlossen und Areale für kognitive Vorgänge arbeiten verstärkt. Das hat in vielen Fällen den Effekt, dass die Depression und ihre Symptome gemindert werden.


Testreihe zum Schlafentzug bei Depressionen
Erich Seifritz und seine Kollegen von der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich testeten bei zwölf Probanden den Schlafentzug und seine möglichen Auswirkungen. Hierzu wurden die gesunden Probanden in der Nacht, vorzugsweise in der zweiten Hälfte der Nacht, geweckt und mussten bis zum Abend wach bleiben. Gemessen wurden dabei die Hirnaktivitäten der Testpersonen und das nicht nur beim Schlafentzug, sondern auch bei normalem Schlafverhalten. In Fällen des Schlafentzugs zeigte sich, dass die Aktivitäten des besagten Knotenpunkts im Gehirn deutlich beeinflusst wurden. In früheren Testreihen zeigte sich bereits, dass Schlafentzug bei Depressionen in etwa der Hälfte der Fälle zu einer sofortigen Verbesserung des Wohlbefindens führt. Allerdings hält diese Verbesserung nur wenige Tage an und ob regelmäßiger Schlafentzug einen dauerhaften Effekt bei Depressionen hat, das ist bisher noch nicht ausreichend untersucht.