Schönheit färbt in der Gruppe ab


Betrachtet man eine Gruppe von Menschen, dann wirken die einzelnen Personen schöner, als wenn wir sie separiert betrachten würden. Grund hierfür ist ein einfacher Trick im Gehirn des Menschen: Es bildet den Durchschnitt und stattet dadurch weniger schöne Personen gedanklich mit einer durchschnittlichen Schönheit aus. Quelle Bild: pixabay.com @ PublicDomainPictures

Es ist ein interessanter Effekt, den die beiden Psychologen Edward Vul und Drew Walker kürzlich im Rahmen einer Studie an der University of California in San Diego untersucht haben. Der so genannte Cheerleader-Effekt führt dazu, dass wir Personen attraktiver finden, wenn sie sich in einer Gruppe von Menschen aufhalten. Dabei spielt es keine Rolle, ob die anderen Personen der Gruppe attraktiver oder unattraktiver als die zu bewertende Person sind. Ihre Schönheit wird stärker wahrgenommen und besser bewertet. Zu dieser Studie wurden 130 Personen von Edward Vul und Drew Walker befragt. Einigen Probanden wurden Bilder von einzelnen Personen vorgelegt. Es sollte die Schönheit der abgebildeten Männer und Frauen bewertet werden. In einer anderen Testgruppe kamen Fotos von den selben Personen, jedoch immer in einer Gruppe von drei Personen, zum Einsatz. Auch hier sollte nur die Schönheit einer Person bewertet werden. Bei den Gruppenfotos wurde die Schönheit von den Probanden konsequent höher eingestuft.


Warum finden wir Menschen in Gruppen schöner?
Grund für diese Wahrnehmung ist ein Trick unseres Gehirns. Sehen wir mehrere Menschen gleichzeitig, erklären die beiden Versuchsleiter Edward Vul und Drew Walker, dann bildet unser Gehirn einen Durchschnitt aus allen Gesichtern. Dadurch schneiden die Personen, wenn nach ihrer Schönheit gefragt wird, besser ab. Das im Gehirn gebildete Gruppengesicht wirkt auf die meisten Menschen attraktiver, weil Schönheit eine Frage der Normalität ist. Die einzelnen Schönheitsmakel der Personen auf den Fotos werden ausgeglichen und zu einem Durchschnitt vereinheitlicht. Dieser Durchschnitt ist uns vertraut und wird deshalb als Schönheit gewertet. Einzeln betrachtet fällt das Augenmerk wieder deutlicher auf die kleinen Schönheitsfehler und die Attraktivität sinkt. Bei dieser Studie machte die Bewertung der Schönheit übrigens keinen signifikanten Unterschied zwischen Männern und Frauen und auch die Gruppengröße spielte keine Rolle.