Gedächtnis Täuschung – so wird unser Gehirn ausgetrickst


Amerikanische Forscher zeigten anhand einer Studie, wie einfach sich das menschliche Gedächtnis von Personen mit HSAM durch eine Suggestion manipulieren lässt und welche weitreichenden Auswirkungen das haben kann. Damit gelang den Forschern eine neue Erkenntnis im Bezug auf das HSAM. Quelle Bild: OpenClips / pixabay.com

An der Universität von Kalifornien hat der Forscher Lawrence Patihis eine Studie zum menschlichen Gedächtnis von Probanden mit und ohne HSAM und seiner Manipulierbarkeit durchgeführt. In einem Team aus mehreren Forschern wurden insgesamt 58 Probanden in dieser Studie untersucht. 38 von ihnen hatten ein durchschnittliches Gedächtnis und 20 Probanden verfügten über ein hyperthymestisches Syndrom, kurz HSAM. Dieses HSAM bewirkt, dass das Gedächtnis für persönliche Erinnerungen besonders stark ausgeprägt ist. Diese Fähigkeit zeigt sich zum Beispiel dadurch, dass Personen sich selbst nach einem langen Zeitraum noch an kleine Details erinnern können. In der besagten Studie wurden mit den Probanden mit durchschnittlichem Gedächtnis und mit denen mit HSAM über ein fiktives Ereignis gesprochen und man bat sie später, sich an dieses Ereignis zu erinnern. Eine andere Versuchsreihe bestand aus einer assoziativen Wortkette, in der den Probanden ein falsches Lockwort genannt wurde, welches sie in die Irre führen sollte. Auch hier ging es um die Gedächtnisleistung der Probanden mit und ohne HSAM.

Studie zum Gedächtnis von Personen mit HSAM
Im Ergebnis der Studie zum Gedächtnis zeigte sich, dass die Probanden mit HSAM eine ebenso falsche Erinnerung hatten, wie die Kontrollgruppe mit einem durchschnittlichen Gedächtnis. Lawrence Patihis und sein Team vermuten als Ursache hierfür den Rekonstruktionsmechanismus, der besagt, dass sich das menschliche Gedächtnis aus einzelnen Erinnerungsfetzen zusammensetzt und daraus ein Gesamtbild entsteht. Kommen nun die eigenen Ideale oder fremde Einflüsse hinzu, dann kann sich das Gedächtnis ändern und die Situation wird umerlebt. Dieses Verhalten tritt bei Personen mit einem HSAM ebenso auf, wie bei Personen ohne dieses Syndrom. Bisher wurde davon ausgegangen, dass das Gedächtnis von Personen mit dem HSAM weniger anfällig für Manipulationen und Täuschungen sei. Die amerikanische Studie konnte diese Annahme nun widerlegen.