Spenden: Eine psychologische Studie über Hilfsbereitschaft


Rainer Sturm / pixelio.de

In der zurückliegenden Weihnachtszeit hatten Spenden Hochkonjunktur. Was uns zum Spenden und zur Hilfsbereitschaft verleitet, hat eine Studie herausgefunden. Quelle Bild: Rainer Sturm / pixelio.de

Studie zum Spenden und zur Hilfsbereitschaft
Das gesamte Jahr über werben karitative Einrichtungen um unsere Hilfsbereitschaft und sammeln Spenden für Tiere, Kinder, Katastrophengebiete und viele andere Zwecke. Dieses Engagement trägt in vielen Fällen Früchte und die Bevölkerung zeigt sich gerade nach Naturkatastrophen hilfsbereit. Doch was verleitet uns zum Spenden und wie suchen wir uns den Verein aus, dem wir unsere Spenden zukommen lassen wollen? Diese Fragen wollte Dirk Mügge von der Uni Innsbruck mit seiner Studie klären. Hierzu hat eine fiktive Psychologiestudentin sich an ihre Kommilitonen gewandt und diese um Hilfe bei einer Umfrage gebeten. Während einigen in der Email suggeriert wurde, dass nur sie gefragt wurden, wurde anderen mitgeteilt, dass nur noch eine Rückmeldung notwendig sei und wieder andere bekamen das Gefühl vermittelt, dass die Anfrage an zahlreiche Personen ging. Bei der Auswertung dieser Studie zeigte sich, dass die Hilfsbereitschaft bei denen am größten war, die sich persönlich angesprochen fühlten und das Gefühl hatten, dass es auf Ihre Hilfsbereitschaft ankäme.

Erkenntnisse zur Hilfsbereitschaft und Spenden in der Praxis
Auf die Praxis angewandt, bedeuten diese Ergebnisse der Studie, dass Menschen nur dann Hilfsbereitschaft zeigen, wenn sie das Gefühl haben, dass genau ihre Hilfe auch gebraucht wird. Wenn zum Beispiel viele Menschen anwesend sind, dann fühlt sich jeder Einzelne nicht oder nur wenig zur Hilfsbereitschaft oder zu Spenden animiert. Vorteilhaft für die Bereitschaft zum Spenden ist zudem die Glaubwürdigkeit und Seriosität einer Organisation. Je länger diese schon tätig ist und je seriöser sie wirkt, desto lieber helfen wir mit Spenden oder unserer Hilfsbereitschaft in einem anderen Sinne. Wer sich in einer Situation befindet, in der er Hilfe benötigt, der sollte also gezielt umstehende Menschen um ihre Hilfsbereitschaft bitten und seine Bitte nicht zu allgemein formulieren.