Sportsucht – Wenn aus der Lust am Sport eine Sucht wird


Sport wird allgemein als gesundheitsfördernd angesehen, doch was passiert eigentlich, wenn die Lust am Sport zu einem Zwang wird? Betroffene einer Sportsucht kennen kein gesundes Maß mehr und trainieren selbst dann weiter, wenn sie verletzt sind. Quelle Bild: Maria Lanznaster  / pixelio.de

Studie zur Sportsucht
Die Friedrich-Alexander-Universität in Erlangen und die Universität Halle-Wittenberg haben gemeinsam eine Studie zur Sportsucht durchgeführt. Über diese Studie äußert sich auch der Professor Jens Kleinert mit dem Fachgebiet Sport- und Gesundheitspsychologie von der Deutschen Sporthochschule in Köln. Er erklärt, dass dann von einer Sportsucht gesprochen werden kann, wenn der Betroffene ohne seine tägliche Dosis Sport körperlich oder psychisch leidet. Wer zum Beispiel selbst mit einer Verletzung noch trainiert, der ist zumindest gefährdet, an einer Sportsucht zu erkranken. Das Forscherteam der beiden Universitäten hat 1.089 Männer und Frauen befragt, die einen Ausdauersport betreiben und wollte dabei die Verteilung der Sportsucht untersuchen. Professor Oliver Stoll, beschäftigt an der Universität Halle-Wittenberg, gibt an, dass in der Studie zwischen einem und drei Prozent der Sportler von einer Sportsucht betroffen waren. Etwa jeder Zwanzigste Ausdauersportler sei zudem gefährdet, zukünftig an einer Sportsucht zu erkranken. Auch Kraftsportler und Extremsportler gehören zu den Risikogruppen.

Sportsucht erkennen
Professor Thomas Schack ist Vizepräsident der internationalen Gesellschaft für Sportpsychologie und erklärt, dass man Sportsucht daran erkennt, dass die betroffene Person nicht aus einer Lust am Sport heraus trainiert, sondern ihr ganzes Leben vom Sport bestimmt ist. Die tägliche Dosis Sport wird hierbei zu einem unkontrollierbaren Drang, dem aus Sicht des Betroffenen unbedingt nachgegeben werden muss. Beim Sport wird Dopamin ausgeschüttet und verzichtet ein Betroffener von Sportsucht auf sein tägliches Sportpensum, dann kann der Mangel an Dopamin durchaus körperliche Entzugserscheinungen wie Kopfschmerzen, Magenschmerzen, Unruhe und Depressionen nach sich ziehen. Prof. Schack berichtet weiterhin, dass eine Sportsucht nicht selten auch dazu führt, dass der Sportler auch mit Verletzungen und Erkrankungen trainiert, was auf Dauer gravierende Folgen für die Gesundheit haben kann.