Tablet lässt Sozialkompetenz verkümmern


Wenn Kleinkinder viel Zeit mit dem Tablet der Eltern verbringen, dann kann das Auswirkungen auf die Sozialkompetenz der Kinder haben. Quelle Bild: www.bilderbox.com

Sozialkompetenz wird nicht mit dem Tablet gelernt
Das Tablet ist aus dem Leben vieler Erwachsener schon lange nicht mehr wegzudenken und ist inzwischen ein ständiger Begleiter und ein vertrautes Bild. Was bei Erwachsenen zur medialen Unterhaltung und zum Austausch in sozialen Netzwerken dient, das hat jedoch im Kinderzimmer nichts zu suchen, sagen Experten der Psychologie und Erziehungswissenschaft. Gerade kleine Kinder sollten sich nicht mit einem elektronischen Gerät wie dem Tablet beschäftigen, sondern anhand von altersgerechtem Spielzeug wichtige Eindrücke und Erfahrungen sammeln und dadurch ihre Sozialkompetenz entwickeln. Ein solches Spielzeug, sagen Erziehungswissenschaftler, muss von einem Kleinkind bedenkenlos angefasst, in den Mund genommen und beschnuppert werden, was mit einem Tablet nicht möglich ist. Diese Sinneseindrücke sind wichtig für die Entwicklung eines Kindes und mit einem Tablet als Spielzeug werde sie vernachlässigt. Hier bleibt die Ausbildung der Sozialkompetenz schnell auf der Strecke. Während früher vor dem Einschlafen die Eltern ihrem Kind aus einem Buch eine Gute-Nacht-Geschichte vorgelesen haben, übernimmt auch das heute in Kinderzimmern gerne das Tablet. Hörbücher sollen den Nachwuchs in den Schlaf begleiten. Dabei ist gerade am Abend die Bindung zu den Eltern für kleine Kinder wichtig und trägt ebenfalls zur Entwicklung der Sozialkompetenz bei.

Sozialkompetenz muss gelernt werden
Renato Meier arbeitet in der Erziehungs- und Familienberatung und weist darauf hin, dass Tablets mit ihren Apps nicht geeignet sind, um Kindern Sozialkompetenz zu vermitteln. Ein Tablet reagiert nicht wie ein Mensch und bei der Entwicklung eines Kindes sei der direkte Austausch mit Altersgenossen und Erwachsenen wichtig, um Sozialkompetenz zu erlangen. Bleibt dieser Austausch auf der Strecke, dann entwickelt sich auch die Sozialkompetenz nicht und es entsteht eine Generation, die in ihrem Verhalten an Autisten erinnert. Neben der Sozialkompetenz muss ab einem bestimmten Alter aber auch der Umgang mit Medien, also auch mit dem Tablet, gelernt werden und das sollte laut Meier in der Schule und im Elternhaus erfolgen.