Volkskrankheit Depressionen

Depressionen spielen in der medizinischen Versorgung der Bevölkerung eine immer größere Rolle und Fachleute sprechen inzwischen davon, dass Depressionen immer mehr zur Volkskrankheit in Europa werden. Die Zahl der verschriebenen Antidepressiva und der Krankentage durch Depressionen stiegen in den letzten Jahren rasant an. Quelle Bild: www.bilderbox.com

Depressionen als Volkskrankheit
Die OECD hat kürzlich ihren neuen Gesundheitsreport für alle OECD-Länder veröffentlicht und stellte dabei fest, dass zu den neuen Volkskrankheiten auch Depressionen gehören. Die Anzahl der verschriebenen Antidepressiva ist rasant gestiegen und liegt bei allen OECD-Ländern im Durchschnitt bei 56 Tagesdosen pro 1.000 Einwohner. Der Anstieg von Rezepten für Antidepressiva ist allerdings keine neue Entwicklung, und zeichnete sich schon in der letzten Dekade ab. Doch die Experten vom OECD vermuten, dass die Finanz- und Wirtschaftskrisen der letzten Jahre einen erheblichen Einfluss auf die Volkskrankheit Depressionen hatten. Menschen haben ihre Arbeit verloren oder sind ständig mit der Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes konfrontiert. Finanzielle Sorgen, Leistungsdruck bei der Arbeit oder die verzweifelte Suche nach einem Arbeitsplatz können auf die Psyche schlagen und Depressionen verursachen. Das macht sich auch für Arbeitnehmer zunehmend bemerkbar, denn Depressionen als Volkskrankheit rangieren inzwischen an dritter Stelle der häufigsten Gründe für Krankmeldungen von Arbeitnehmern.

Tabletten gegen Volkskrankheiten
Nach wie vor gehören neben den psychischen Erkrankungen, wie Depressionen, auch physische Leiden zu den Volkskrankheiten. Ganz vorne mit dabei sind laut OECD Report Diabetes, Demenz und Rückenleiden. Da es sich auch hierbei um chronische Krankheiten handelt, die mit Medikamenten therapiert werden, warnt die OECD vor dem rasant gestiegenen Tablettenkonsum. Während einige Volkskrankheiten nur mit Medikamenten behandelt werden können, helfen bei Depressionen auch Therapien oder die Kombination aus Antidepressiva und Therapie. Interessant ist auch, dass es große Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern gibt, wenn es darum geht, was als Volkskrankheit bezeichnet wird. Während es bei den physischen Volkskrankheiten Unterschiede gibt, werden Depressionen jedoch in fast allen OECD-Ländern als Volkskrankheit bezeichnet.