Warum Führungskräfte ihre Macht nicht hergeben


Wer einmal in seinem Job ganz nach oben gelangt ist, der will seinen Posten nicht mehr hergeben. Führungskräfte machen nahezu alles, um ihre Macht zu sichern. Doch warum tun wir Menschen das? Quelle Bild: www.bilderbox.com

Immer wieder wird in den Medien über Führungskräfte berichtet, deren Zeit eindeutig abgelaufen ist. Trotz herber Kritik an ihrem Job lassen Führungskräfte ihren Posten nicht los, sondern verteidigen ihn mit aller Macht. Selbst dann, wenn Spendenskandale, Steuerhinterziehung oder anderes grobes Fehlverhalten in den Augen der Öffentlichkeit einen Rücktritt und ein Niederlegen der Ämter zwingend erforderlich machen. Die Buchautorin Bianka Knoblach hat sich mit diesem Phänomen beschäftigt und erklärt dieses markante Verhalten damit, dass Macht für viele Menschen schnell zu einer Droge werden kann. Wer nicht mehr im Bereich der Führungskräfte arbeiten kann, der vermisst seine Macht und wird dadurch regelrecht unglücklich. Macht ist ein allgegenwärtiges Streben und laut der Autorin auch notwendig, um im Alltag seine Ziele zu erreichen. Doch hierbei entscheidet das Maß darüber, ob Macht notwendig oder schon ein beinahe krankhafter Wahn ist.

Was kommt nach der Macht?

Wenn Führungskräfte ihre Posten dann doch irgendwann verlieren, fallen sie häufig in ein Loch, so die Autorin Bianka Knoblach. Mit steigender Macht wächst auch das Verlangen nach ihr und so suchen sich Führungskräfte nach dem Ende ihrer erfolgreichen Karriere meistens sehr schnell neue Positionen, in denen sie als Führungskräfte auftreten oder Macht ausüben können. Im Zweifelsfall engagieren sie sich in Ehrenämtern oder Vereinen. Für Führungskräfte ist es dabei wichtig, das gleiche Maß an Macht zu halten und das gelingt häufig nur durch mehrere Ämter. Der Buchautor Michael Schmitz aus Wien weist außerdem darauf hin, dass Führungskräfte in der Regel egozentrisch oder narzisstisch sind und sich ihr Umfeld so schaffen, dass sie keine Konkurrenz zu fürchten haben und stattdessen bestätigt werden. Am Ende eines Lebens mit so deutlichen Streben nach Macht steht häufig die völlige Erschöpfung. Führungskräfte beenden ihre Karriere nicht selten mit körperlicher und seelischer Erschöpfung.