Innere Kündigung führt zu Leid im Job


Die psychischen, sozialen und gesundheitlichen Folgen von Arbeitslosigkeit sind hinlänglich bekannt. Doch es muss nicht immer eine tatsächliche Kündigung vorliegen, damit Arbeitnehmer leiden. Auch eine innere Kündigung lässt den Leidensdruck im Berufsalltag steigen. Quelle Bild: geralt / pixabay.com

Der Begriff innere Kündigung beschreibt die Einstellung eines Arbeitnehmers, der mit seiner beruflichen Situation nicht mehr zufrieden ist und innerlich bereits mit seinem aktuellen Job abgeschlossen hat. Einer solchen inneren Kündigung muss nicht zwingend auch eine tatsächliche Kündigung des Arbeitnehmers folgen, denn der schwierige Arbeitsmarkt sorgt bei vielen Arbeitnehmern für Angst vor der Aufgabe einer Arbeitsstelle. Diese innere Kündigung hat trotzdem erhebliche Folgen für die psychische und physische Gesundheit. Das Meinungsforschungsinstitut Gallup hat in einer kürzlich durchgeführten Studie festgestellt, dass der Druck auf Arbeitnehmer wächst, wenn sie sich nicht ausreichend mit ihrem Arbeitgeber identifizieren und die innere Kündigung bereits vollzogen haben. Marco Nink ist Senior Consultant bei Gallup und erklärt, dass Stress, Wut und Traurigkeit die Folgen der inneren Kündigung sind. Diese Symptome sind teilweise stärker ausgeprägt, als bei Arbeitslosen.

Innere Kündigung – Folgen und Hilfe
Nachdem die innere Kündigung vonstatten gegangen ist, zeigen Arbeitnehmer kaum noch Eigeninitiative und leisten lediglich die Arbeit, die zwingend von ihnen erwartet wird. Grund hierfür ist laut Marco Nink häufig die mangelnde Wertschätzung durch Vorgesetzte. Auch ein nicht den eigenen Fähigkeiten entsprechendes Aufgabenfeld, zu viel dauerhafter Stress am Arbeitsplatz und autoritäres Verhalten können die innere Kündigung auslösen. Die Folgen für das Unternehmen sind gravierend, denn die Mitarbeiter sind deutlich weniger produktiv. Auch für den einzelnen Arbeitnehmer ist die Situation häufig belastend und kann zu Depressionen, Burn Out und anderen psychosomatischen Erkrankungen führen. Ist die innere Kündigung bereits erfolgt, hilft laut Experten nur ein Umdenken. Entweder die Betroffenen schaffen es, eine neue Einstellung zu ihrem Job zu gewinnen, oder sie sehen sich nach einer neuen Arbeitsstelle um. Dauerhaft ist die durch eine innere Kündigung entstehende Belastung für beide Seiten nur schwer auszuhalten.