Wahrnehmung der Zeit – so verändert sie sich


Während sich für Kinder ein einziger Tag so sehr in die Länge ziehen kann, dass er sich wie ein Jahr anfühlt, klagen ältere Menschen häufig darüber, dass die Zeit nur so verfliegt. Für die unterschiedliche Wahrnehmung von Zeit je nach Lebensalter haben Psychologen eine einfache Erklärungen. Quelle Bild: OpenClips / pixabay.com

Studie zur Wahrnehmung der Zeit
Forscher haben die Wahrnehmung der Zeit genauer betrachtet und hierzu Personen im Alter von 14 bis 94 Jahren befragt. Es sollte festgestellt werden, wie schnell für die Probanden gefühlt die Zeit vergangen ist. Es wurde dabei nach dem Zeitraum der letzten zehn Jahre gefragt. Je jünger die Probanden waren, desto langsamer ist in ihrer Wahrnehmung die Zeit vergangen. Ältere Probanden hatten bei dieser Studie das Gefühl, dass die Zeit deutlich schneller vergangen sei. Das Ergebnis dieser Studie besagt also, dass mit fortschreitendem Alter zumindest der Wahrnehmung nach die Zeit schneller vergeht.

Erklärungen der Psychologie zur Wahrnehmung der Zeit
Der Forscher Marc Wittmann erklärt das Phänomen damit, dass unsere Wahrnehmung der Zeit davon abhängt, an wie viele Ereignisse wir uns erinnern können. Ist ein Jahr angefüllt mit besonderen Ereignissen, an die wir uns auch später noch erinnern, dann kommt uns die Zeitspanne deutlich länger vor, als wenn hinter uns ein vergleichsweise ereignisloses Jahr liegt. In etwas kleinerem Maßstab heißt das, das ein Tag voller Langeweile und ohne besondere Ereignisse uns im Tagesablauf zwar sehr lang vorkommt, wir im Nachhinein aber das Gefühl haben, der Tag sei nur so verflogen, weil uns Erinnerungen an besondere Ereignisse fehlen. Die Erinnerung spielt bei der Wahrnehmung von Zeit also eine wichtige Rolle. Genau an diesem Punkt kann jeder Mensch selbst seine Wahrnehmung der Zeit beeinflussen. Denn Erinnerungen lassen sich steuern. Wir erinnern uns an neue Sachen, wie eine Reise an einen unbekannten Ort, die Bekanntschaft neuer Menschen oder ein neues Hobby, deutlich stärker, als an routinierte Abläufe und Ereignisse. Wer sich immer wieder mit Neuem umgibt, der sorgt dafür, dass ihm viele Erinnerungen bleiben. Rückwirkend entschleunigen wir damit unsere Wahrnehmung der Zeit.