Wir glauben gern der Lüge

 

Es heißt Ehrlichkeit sei eine Tugend und dennoch ist der Mensch der geborene Lügner.

In der Menschheitsgeschichte tauchen immer wieder gewiefte Lügner auf. Das Lügen und Betrügen fällt ihnen leicht und nehmen weder Rücksicht auf Fremde, Mitarbeiter, Freunden oder den Liebsten.

Es ist bekannt, dass der Mensch über ein herausragendes Talent verfügt Unwahrheiten zu verbreiten, zeitgleich hegt er ein immenses Bedürfnis nach Vertrauen zu seinen Mitmenschen.

 Lügen

Aufgrund dessen erkennen wir Lügen meistens nur schwer als solche. Wir wollen unserem Gegenüber glauben, dabei liegt uns Lug und Trug quasi im Blut.

Aber wieso lügen wir?

Mittlerweile ist das Lügen offiziell als tief verwurzelter Charakterzug der Menschheit anerkannt.

Neuro- als auch Sozialwissenschaftler versuchen stetig herauszufinden, warum dem so ist.

Wie und wann lernt der Mensch zu lügen?

Dabei haben die Forscher bisher herausgefunden, dass wir immer wieder dazu neigen manche Lügen zu glauben, auch wenn sie machweislich als solche entlarvt wurden. Zahlreiche notorische Lügner berufen sich auf eine vorliegende Pseudologia phantastica – Erkrankung. Diese löst den Drang aus, Geschichten zu ersinnen und zu erzählen. Dabei werden rigoros Fantastereien und Fakten miteinander vermischt.

Uneinigkeit besteht zwischen den Forschern darüber, welcher Zusammenhang zwischen Lügen und dem geistigen Gesundheitszustand besteht. Soziopathische Individuen neigen scheinbar eher dazu manipulative Lügen zu erzählen, während Narzissten mit Hilfe von Unwahrheiten ihr Image aufpolieren wollen. Es zeigt sich jedoch vielmehr, dass Lügen einer der natürlichen Entwicklungsstufen des Menschen ist.

Gehirnscan

Ein Vergleich von verschiedenen Gehirnscans von unterschiedlichen erwachsenen Personen lässt zudem den Schluss zu, dass die Gehirne notorischer Lügner stärker vernetzt sind. Bleibt jedoch weiter herauszufinden, ob diese besser vernetzten Personen bessere Lügner sind aufgrund dieser Vernetzung oder ob die Vernetzung eine Folge der Lügen ist.

Warum glauben wir der Lüge?

Der Mensch wird in seiner Entwicklung durch Erzählungen anderer geprägt. Ohne diese Vertrauensbasis in andere wäre der Mensch ein einsames Individuum ohne soziale Beziehungen. Ohne diesen Profit, welcher aus unserer Gutgläubigkeit resultiert, wären wir kaum gesellschaftsfähig. Daher hält sich der Schaden durch Lug und Betrug stets in Grenzen und kann verschmerzt werden.

Selbst wenn Fakten eine Lüge entlarven sind wir meistens nicht bereit die falschen Überzeugungen zu widerlegen. Vielmehr kommt es durch diese Beweislast dazu, dass wir uns noch stärker der Lüge hingezogen fühlen. Die vertrauten „Wahrheiten“ werden stetig noch vertrauter.

Aber wo soll das noch hinführen, wenn selbst Fakten uns nicht von einer Lüge überzeugen? Darauf existiert bisher keine Antwort…