Wut – kulturelle und soziale Unterschiede


Wut ist ein auf der ganzen Welt bekanntes Gefühl, doch je nach Kultur und sozialem Stand ändert sich die Bereitschaft, Wut zu zeigen. Quelle Bild: www.bilderbox.com

Wut hat viele Gesichter
Die Gründe, um wütend zu werden, variieren von Mensch zu Mensch und dabei spielen Kulturen, das Alter oder der soziale Stand keine Rolle. Jeder kennt das Gefühl von Wut und im Leben eines jeden Menschen tritt ein solches Gefühl auf – wenn auch unterschiedlich häufig. Was jedoch gar nicht gleich ist, ist die Art, wie wir unsere Wut ausdrücken und auch die Bereitschaft, sie offen zu zeigen, ist nicht bei allen Menschen gleich. Eine Studie an der University of Michigan, die von den beiden Forschern Jiyoung Park und Shinobu Kitayama durchgeführt wurde, zeigte kulturelle und soziale Unterschiede bei der gezeigten Wut. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse dieser Studie kürzlich im Fachjournal Emotion und hier kamen ganz erstaunliche Erkenntnisse zutage. Befragt wurden jeweils rund 1.000 Personen aus den USA und Japan. Sie sollten selbst sowohl ihren sozialen Stand einschätzen, als auch eine Angabe zur Häufigkeit ihrer Wutausbrüche machen.

Studie zur Wut
Dabei zeigte sich, dass die Studienteilnehmer aus den USA deutlich häufiger ihre Wut zeigten, je niedriger ihr sozialer Stand war. In Japan fiel das Ergebnis exakt entgegengesetzt aus. Je höher die Position eines Japaners ist, desto größer ist auch seine Bereitschaft, Wut zu zeigen. Ein Grund für diesen markanten Unterschied ist die Funktion, die Wut in beiden Kulturen übernimmt. In den USA dient Wut vor allem dazu, seinem Ärger Luft zu machen und ihn damit zu überwinden. Im japanischen Kulturkreis hingegen ist Wut als Privileg zu verstehen, dass sich nur Personen in einer hohen Position leisten können. Das heißt selbstverständlich nicht, dass Wut in den USA nur bei Personen eines geringeren Standes und in Japan nur von Personen des höhere Standes empfunden wird. In den anderen sozialen Schichten wird Wut lediglich deutlich weniger oder seltener gezeigt.